Logisch-literarische Propädeutik

(Wie mir eben aus seriöser Quelle mitgeteilt wurde, ist ein Teil des Eintrags auf der Grundlage entstanden, dass ich eine a-o-Blindheit habe und ist somit inhaltlich hinfällig. Kein Grund den Eintrag zu editieren, es möchte allerdings darauf hingewiesen sein!)

Letzte Woche habe ich versucht großen Nutzen aus Lektüre zu ziehen, aus Harry Potter und die tödlichen „hollows“, deren übersetzen auch unter zur Hilfenahme meines 500kg schweren Pons Großwörterbuch für Experten und Universität, Englisch-Deutsch und Deutsch-Englisch, mit Extraheft „Englisch Aktiv“, eine vollständige Neuentwicklung mit Daumenregister, unmöglich ist. Harry Potter Fan bin ich seit 6 Jahren und habe mir brav gespannt jedes der Großwerke bei Amazon vorbestellt. Das sind schöne Geschichten: Geschichten über Außenseitertum, Freundschaft und Einzigartigkeit, neuerdings auch über Faschismus. Genießbar werden die Bücher durch das Schaffen einer recht komplexen Magiewelt und die fortlaufend mögliche Identifikation mit den Charaktären. Allerdings haben die Romanfiguren nicht genug Tiefe um ohne ihre vielzähligen bunten Sidekicks zu fesseln. (Spoiler) J.K. Rowling versucht es trotzdem. Die Magiewelt wird vom Oberbösewicht halb-verdeckt erobert und fortan kontrolliert. Das magische Nachwuchs Trio Harry-Ron-Hermione wird dadurch gezwungen sich 200 Seiten lang an verschiedensten Orten zu verstecken und zu rätseln was zu tun ist. Mag für sie trostlos und langweilig gewesen sein, allerdings fühlt man sich nach den ersten 30 Seiten selbst trostlos allein gelassen.

Andere Sache sind die Logikfehler. Vielleicht habe ich etwas überlesen, oder falsch verstanden aber: Es gibt in Hogwarts (große Magieschule) den „Room of Requirement“. Dieser Raum ist versteckt und offenbart sich immer als ein Raum mit genau der Ausstattung, die man zwinglich benötigt. Der Raum hat zudem die Eigenschaft sich nicht verwandeln zu können, solange sich jemand darin befindet. Im großen Endkampf läuft die Organisation des Widerstands genau über diesen Raum. Als Harald plötzlich einfällt wo er den siegesnotwendigen Gegenstand findet, nämlich in der Formation des „Room of Requirement“, der besonders geeignet ist Gegenstände zu verstecken, wird er dort von Bösewichten überrascht. Nun wie kommen diese Bösewichter in den Raum? Ich weiß es nicht. Soviel ich weiß, wurde der „Room of Requirement“ nämlich konstant besetzt gehalten, und wenn nicht hätte er ja diese Stauraum-Form haben müssen beim Betreten.

Andere Sache: Der Oberbösewicht, der nicht genannt werden darf, hat das Ministerium übernommen. Das ist die Magiewelt-Exekutive, Judis- und Legislative. Lord Voldemord hat somit die Macht bestimmte Worte zu verbieten. Das äußert sich so, dass der Sprecher des verbotenen Worts magisch lokalisiert werden kann. Oberbösewichtel hat die schlaue Idee einen Bann auf seinen Namen zu legen, denn nur seine ärgsten Gegner trauen sich ihn bei Selbem zu nennen. Primär will er ja den Harald töten, auf die Idee die Worte Hermine, Ron und Harry zu bannen, kommt er natürlich nicht. Das erinnert mich auch an folgendes Web Urgestein: „100 things I would do if I was an evil overlord“

Demnächst konstantere Kulturnews.

P.S.: Alle die der Welt verschwiegen möchten, dass sie ein Freund von Harry sind klicken hier.

2 Responses to “Logisch-literarische Propädeutik”


  1. 1 Karl Lauer August 17, 2007 um 11:30 pm

    Liebes (oder böses?) Kulturmonster.

    Erfreut habe ich feststellen dürfen, dass sich noch jemand der einhundert wichtigsten Dinge für böse Bösewichter bewusst ist. Schon allein deshalb muss ich Dir auf jeden Fall gratulieren! Doch das allein sollte nicht der alleinige Grund für mich sein, diese Zeilen zu verfassen:
    Wie Du sicherlich selber weißt, geht es im letzten Band von Töpfers Harald nicht um tödliche Höhlen oder Furchen, sondern vielmehr um – hier sei ein klein wenig Dank der deutschen Sprache gezollt – Todesheilige. Nun, das geneigte Kulturmonster mag nun anmerken, dass es etwas frei übersetzt sei, aber ich persönlich finde diese Übersetzung doch sehr schön und treffend.
    Ferner sei bemerkt, dass das Wort ‚hallow‘ noch heute im Englischen in Kombination mit ‚all‘ existiert und zusammen für Allerheiligen steht, und – vielleicht noch ein wenig berühmter – auch den Hauptteil von Halloween ausmacht, was eine etwas vernuschelte Version von ‚all hallow evening‘ darstellt und den Abend vor Allerheiligen bezeichnet, also jenen 31. Oktober den sich auch die deutsche Industrie neuerdings zu eigen gemacht hat. Aber das scheint ja doch etwas zu weit zu führen.

    Ich verbleibe hochachtungsvoll,
    Ihr Karl Lauer

  2. 2 kulturmonster August 17, 2007 um 11:52 pm

    Ohje!

    Beschämt muss ich feststellen, dass ich den ganzen Band guten Gewissens gelesen habe, dass Harry „deathly HOLLOWS“ sucht, den omnipräsenten Buchauslagen und Werbungen zum Trotze (vermutlich auch wegen „Sleepy Hollow“). Und ich habe mich beim Lesen so sehr gefragt was das für komische tödliche Aushöhlungen sein sollen, habe dies aber einfach auf eine Nichtkenntnis des Englischen geschoben – am Ende war es dann eine konstante Unaufmerksamkeit. Aber eigentlich finde ich es eher lustig als beschämend: Ist doch schön dass meine Heuristiken so gut funktionieren!

    mit freundlichem Dank,
    das Monsterlein


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